Externe Gutachten

Bei kostenintensiven IV-Leistungen und unklarer Aktenlage ist es zwingend notwendig, dass die versicherungsmedizinischen Sachverhalte durch weitere Abklärungen ermittelt werden. Das geschieht mit einem externen Gutachten, wenn der RAD die Untersuchung nicht selbst durchführen kann.

Die IV-Stelle Glarus arbeitet mit Gutachterinnen und Gutachtern verschiedenster Fachrichtungen zusammen. Für alle IV-Gutachten gelten die gleichen Qualitätskriterien.

Das Gutachten für die Invalidenversicherung nimmt Stellung zu objektiven Gesundheitsschäden und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsleistungen. Diese ärztlichen Informationen sind die Grundlage für die Berechnung des Invaliditätsgrades. Das Gutachten muss neben medizinischen auch rechtliche Kriterien erfüllen, damit es im Fall eines Rechtsstreits als Beweismittel verwendbar ist.

Kriterien für die Auftragsvergabe

Der RAD spricht die Empfehlung für weitere medizinische Abklärungen aus und schlägt einen Gutachter, eine Gutachterin der entsprechenden medizinischen Fachrichtung vor. Die IV-Stelle Glarus entscheidet im Einzelfall, welcher Fachspezialist berücksichtigt wird. Für diesen Zweck führt der RAD eine Gutachter-Datenbank. Der RAD gibt Gutachterinnen und Gutachtern den Vorzug, die sich an die Qualitäts- und Terminvorgaben der IV-Stelle halten. Es ist für Kundinnen und Kunden entscheidend, dass die Gutachten in der verlangten Zeit und Qualität vorliegen, damit der IV-Prozess wieder aufgenommen werden kann. Lange Wartezeiten sind für Kundinnen und Kunden in jeder Hinsicht schwierig.

Gutachterinnen und Gutachter können die Aufträge der IV gemäss Tarmed-Vertrag abrechnen.

Keine freie Gutachterwahl

Die IV-Stelle teilt den Gutachterauftrag selbst zu. Kundinnen und Kunden haben keinen Anspruch auf freie Gutachterwahl. Bei objektiv nachvollziehbaren Einwänden gegen die Wahl des Gutachters, macht die IV-Stelle einen alternativen Vorschlag. Der Termin beim Gutachter, bei der Gutachterin ist verbindlich und muss wahrgenommen werden. Terminverschiebungen wirken sich negativ auf den zeitlichen Verlauf der IV-Abklärungen aus.

Wartefristen für Gutachten

Die Wartefristen bei Gutachterinnen und Gutachter mit eigener Praxis liegen bei rund zwei bis vier Monaten.

Bei komplexen Krankheitsbildern ist meist eine polydisziplinäre Abklärung notwendig. Die umfangreichen medizinischen Abklärungen werden in spezialisierten Zentren gemacht. Diese polydisziplinären Gutachterstellen mit Zulassung des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) haben Wartezeiten bis zu zehn Monaten.

Nach der Untersuchung beanspruchen die Gutachterstellen unterschiedlich viel Zeit, bis das Gutachten verfasst und der IV-Stelle zugestellt wird.